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Neutour Valletta

Pizzo Valletta / Gotthardpass
"Zibeba" 6b, 3 SL
Erstbegehung

Am Gotthardpass oben, im lieblichen Geländekessel des Pizzo Valleta, bin ich schon seit mehreren Jahren aktiv am Erschliessen und Sanieren. Die ersten Routen eröffneten mein Bruder und ich bereits 1986, damals noch mit geschlagenen Schrauben und selbstgebastelten Bohrhakenlaschen - das karge Budget als Lehrling erlaubte uns keine grossen Sprünge. Nun sind alle unsere damaligen Erstbegehungen einwandfrei saniert und der restliche Fels mit weiteren Linien bereichert worden. Eine weitere Neutouren-Möglichkeit war mir beim Sanieren der "Curzio" aber ins Auge gestochen. Als mich Stine kontaktierte und eine Klettertour unternehmen wollte, schlug ich ihr etwas vorsichtig dieses potentielle Projekt vor. Ihre Begeisterung war grenzenlos und erfüllte auch mich mit grosser Freude.

Beim Setzen der Bohrhaken in der neuen Route "Zibeba" am Pizzo Valletta, Gotthardpass.

Schwer beladen stiegen wir anderntags vom Gotthardpass hoch zum Wandfuss und genossen auf dem grosszügigen Einstiegsband erstmal ein währschaftes Znini. Obwohl wir mit einer kurzen Route rechneten (max. 4 SL), nahmen wir im Rucksack etwas Flüssigkeit und Kost mit, zudem konnten wir auch den Ersatzakku so optimal verstauen. Der Einstieg erfolgte unmittelbar an der rechten Begrenzung des Einstiegbands und führte über eine herrlich strukturierte Platte. Leider folgt dann eine kurze Gehpassage bis zum eigentlichen Beginn der Kletterei. Mit dieser Einstiegslänge werden aber auch die beiden Routen "La rosa di ferro" und "La Corona"(!) aus dem Jahr 2013 perfekt erschlossen. Den damaligen Routennamen widmete ich aus Spass einer Biersorte - im Jahr 2020 bekam dieser Begriff dann unverhofft eine leider ganz andere Bedeutung...

Der Weiterweg in der eigentlichen Wand sah sehr vielversprechend aus und ich startete voller Elan in diese neue Seillänge. Der Fels bietet hier immer wieder gute Möglichkeiten für Griffe und Tritte. Mit etwas Umsicht musste ich trotzdem die Linienführung sorgfältig planen, damit ich das anvisierte Risssystem im oberen Teil auch optimal erreichen konnte. Alle Bohrhaken konnte ich aus der Kletterstellung heraus bohren, da sich immer wieder kleine Absätze und Trittmöglichkeiten anerboten. So macht eine Erstbegehung echt Spass.

Stine lobte bereits während des Nachstiegs die schöne Kletterei. Sie genoss sichtlich das neue Feeling als Routeneinrichterin. Am etwas engen Standplatz diskutierten wir kurz den Weiterweg, obwohl die Linie eigentlich logisch war. Mehr zu reden gab die Absicherung nach dem ersten Bohrhaken. Diesen kleinen Runout entschärfte ich nachträglich beim Abseilen mit einem zusätzlichen Sicherungspunkt. Ein System von Rissen und Schuppen erlaubte die Überwindung dieser steilen Zone - die Kletterei war schlicht fantastisch! Mit gut 45 Meter Kletterlänge erreichte ich schliesslich ein bequemes Band, setzte den nächsten Irniger-Kombistand und liess Stine nachsteigen. Wohlweislich hatte sie den Rucksack zurückgelassen und konnte unbeschwert diese lohnenden Risse hochturnen.

Bis zum Grat wäre eigentlch noch eine Seillänge vor uns gelegen. Da aber das Gelände eher unlohnend war, stieg ich nach einem Erkundungstrip zurück und beschloss gemeinsam mit Stine, dass hier die Route enden sollte. So waren es halt nur 3 Seillängen geworden, dafür aber stimmt die Qualität. Glücklich und zufrieden seilten wir ab und genossen auf dem grossen Einstiegsband eine wohlverdiente Pause. Bald schon aber zog ich wieder los und beschriftete an allen Einstiegen die entsprechenden Routennamen - eine Arbeit, die ich schon lange erledigen wollte.

Das Topo der neuen Routen "Zibeba", "La rosa di ferro" und "La Corona" inkl. Kurzbeschrieb kann hier als pdf-Datei [3 883 KB] herunter geladen werden.
Ein weiteres Topo der sanierten Routen an der Valletta inkl. Kurzbeschrieb gibt es ebenfalls hier als pdf-Datei [3 060 KB] .