Impressum Sitemap

Sandbalm

Sandbalmfluh «Moskito», 6b, 6 SL
Bereits hat der Mai einen kleinen Vorgeschmack auf einen eventuell heissen Sommer geliefert. Bei Temperaturen bis zu 30°C sucht man sich da gerne ein etwas höher gelegenes Kletterrevier.
In der noch wenig frequentierten Göscheneralp werden wir fündig, erreichen aber trotzdem schweissgebadet den Einstieg der «Moskito» an der Sandbalmfluh. Noch immer rinnt Schmelzwasser über verschiedene Route. Der Bereich von «Bijou» und Moskito» präsentiert sich aber wunderbar trocken und der Wandfuss in diesem Bereich ist schön schneefrei.

Es weht kein Lüftchen und dementsprechend heiss ist es auf den ersten glatten Einstiegsmetern. Die Finken von Stine wollen einfach nicht richtig haften – kein Wunder bei diesen aufgeheizten Felsen! «Das kann ja noch heiter werden», denke ich für mich. «Wenn diese knifflige Stelle in der zweiten Länge ebenfalls so rutschig ist, endet wohl unser Ausflug schon sehr weit unten» bemerke ich zu meiner Begleiterin. Irgendwie schaffe ich dann trotzdem über diese furchtbar glatte Stelle, rechne aber jeden Moment mit einem unangenehmen Rutscher. Diese Stelle – nach alter Bewertung mit einer 7 taxiert – würde wohl im Tessin locker als 6c+ oder sogar 7a eingestuft.

Nun stehe ich am Fuss der markanten Verschneidung und staune, wie üppig das Gras wieder aus diesem Winkel spriesst. Bereits zweimal habe ich in den letzten knapp 20 Jahren diesen Abschnitt sauber herausgeputzt. Eine dritte grosse Putzrunde wäre nun wieder bitter nötig, aber so recht Lust auf diese Sisyphusarbeit habe ich momentan auch nicht. Vielleicht im Herbst, dann ist das Gras auch wunderbar trocken und dürr, was die Gartenarbeit deutlich erleichtert. Klettern kann man diese Traumverschneidung trotz all den Grasbüscheln relativ gut, wenn man akribisch darauf achtet, nicht auf die langen Halme zu stehen.

Dann folgt bereits das Schlussbouquet, wo noch einmal sauberes Stehen und Wegtreten nach rechts gefragt ist. Die letzten Meter zum Arvenbusch hoch sind partiell nass, was dieser Passage doch noch etwas Würze verleiht. Dann ist es geschafft und wir gratulieren uns gegenseitig zum erfolgreichen Durchstieg. Entlang der eingeklebten Muniringe seilen wir ab und freuen uns auf eine stärkendes Zabig am Wandfuss. Später schultern wir unsere Rücksäcke und steigen querfeldein zum Sand hoch, wo wir mit «Traumtänzer» eine weitere Route geniessen wollen.