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Teufelswand "Zeichen der Freundschaft"

Teufelswand in der Schöllenenschlucht
"Zeichen der Freundschaft", 6b+, 10 SL
Heinz Leuzinger und Carlo Cadenazzi eröffneten im Jahr 1973 eine verwegene Route in der steilen Teufelswand, hoch über der tosenden Schöllenenschlucht. Heinz ist leider nicht mehr unter uns. Er war mir immer ein Vorbild, sei es als Kletterer, Strahlner oder als Mensch. Stets empfand ich ihn als Seelenverwandten.

Ihm zu Ehren wurde im letzten Jahr die alte Route durch die 250m hohe Teufelswand saniert und trägt nun den wunderschönen Namen "Zeichen der Freundschaft" / Heinz-Leuzinger-Gedenkweg. Vier Mitglieder der alpinen Kampfschule Andermatt haben mit sehr viel Fleiss und Ausdauer die alte Linie von Heinz und Carlo zu einer perfekt eingerichteten Sportkletterei umfunktioniert. Besten Dank an die Routenbauer!

Logisch, dass wir bei der erstbesten Gelegenheit dieses Werk begutachten wollen. Vom Ende des Klettersteigs "Diavolo" in der Schöllenenschlucht seilen wir zuerst 3 mal 45m in die imposante Schlucht ab (rot markiert). Ein kurzer Aufstieg und die relativ einfache Bachquerung bringen uns an den Beginn der Fixseile, die über Schrofen und Grasbänder zum Einstieg führen. Gut gestufter Fels und eine erste schöne Verschneidung markieren die ersten zwei Seillängen. Die nun folgende, gutgriffige Schuppe und ein etwas runderes Pendant charakterisieren Länge 3 und 4 und damit auch die schönsten Kletterpassagen der gesamten Route. Die fünfte Seillänge verläuft an griffigen Piazschuppen und schönen Rissen.

Nun beginnt der etwas unangenehme Körperriss, der über zwei weitere Längen verfolgt wird. Diese könne auch gut zusammengehängt werden. Ein Mix aus Spreizen und Kaminklettern wird hier wohl die beste Lösung sein. Wirklich Spass machen diese zwei Längen aber nicht. Dafür sind die drei letzten Längen wieder sehr lohnend, vorallem die Schlusslänge mit der Dachquerung hat uns begeistert. Hier drückt nach Regenfällen relativ lang noch Wasser aus den Rissen, was das Stehvermögen auf den doch da und dort vorhandenen Flechten nicht unbedingt fördert.

Unvermittelt finden wir uns sich nach der steilen und athletischen Kletterei auf einer topfebenen, mit Arven durchsetzten Hochebene und geniessen die schöne Aussicht auf Andermatt und seine gewaltigen Baustellen. Entlang von Fixseilen und roten Markierungen erreichen wir mit einer letzten Kraftanstrengung unser Gefährt an der Strasse, die vom Nätschen zum Gütsch hochführt.

Die neue Route "Zeichen der Freundschaft" (5c+,6a,6a+,6b,6b+,5c+,5c+,6a,6a+,6b+) ist eine sehr lohnende und bestens eingerichtete Kletterei. Potenzielle Wiederholer sollten sich aber bewusst sein, dass man nach dreimaligem Abseilen in die Schlucht in einer Sackgasse steckt und eigentlich nur über die Route vernünftig aussteigen kann.
Vielen Dank an meine beiden Seilgefährten Ruedi und Beat. Es war mal wieder ein sehr lustiger und spannender Klettertag. Und am Abend geniessen wir doch am liebsten die "Kochkünste" unserer Frauen.....