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Franzen

Franzen (Klettergarten), 5b - 7b
Hoch über dem Gruontal in Flüelen liegt ein sonniger und bestens eingerichteter Klettergarten. Das als Franzen betitelte Felsband muss allerding mit einem Fussmarsch von gut dreiviertel Stunden durch einen steilen Wald "erkämpft" werden. An diesem milden und föhnbegünstigten Dezembertag fuhren wir zur Talstation der Giebel-Seilbahn und staunten nicht wenig, als da bereits schon 5 Kletterer wartend herumstanden. Beim Näherkommen erkannte ich einige davon. Rasch kristallisierte sich heraus, dass dieses Team das gleiche Ziel auserkoren hatte. Soweit war dies - bis auf die längeren Wartezeiten bei der zweiplätzigen und nur mit einer Kabine ausgestatteten Seilbahn - aber kein Problem. Im Klettergebiet hatte es genügend Routen für alle.

Bei der Talstation war die Morgenluft noch ziemlich kühl. Während der Fahrt in der offenen Kabine schien es aber plötzlich so, als hätte jemand die Heizung eingeschaltet: Wir waren in die Föhnschicht vorgestossen. Die rund 10° C höheren Lufttemperaturen fühlten sich bedeutend angenehmer an. Beim steilen Aufstieg floss dementsprechend auch vermehrt wieder der Schweiss. Noch ein letzter Kletterzug auf das zu Beginn schmale Band und wir standen nach einer luftigen, mit Fixseil gesicherten, Querung in der Grotte beim Sitzbank. Hier dotierten wir uns mit dem nötigen Kletterplunder auf und starteten bald schon in die ersten Aufwärmrouten.

Der Fels ist extrem griffig und rauh, durchs Band auch eisenfest und bietet eine vielfältige Auswahl an Griffmöglichkeiten. Wo es Griffe hat, gibts auch Tritte: So machte die Kletterei wirklich Spass. Wir nutzten den Tag so gut als möglich und kletterten Linie um Linie. Besonders lohnend sind die Routen gegen das östliche Bandende hin; hier finden sich auch ein paar leicht überhängende Touren mit messerscharfen Löchern.

Die Sonne senkte sich leider immer mehr Richtung Horizont. Da im Dezember um 17 Uhr die Dämmerung schon ziemlich stark einsetzt, machten wir uns rechtzeitig auf den steilen Abstieg durch den Wald. Diesmal verzichteten wir auf die mechanische Abstiegshilfe und trotteten müde und zufrieden talwärts. Herlichen Dank an Stine für diesen prächtigen Klettertag. Es wird wohl der letzte in diesem Jahr gewesen sein, da nun ein massiver Kaltlufteinbruch mit Schneefall prognostiziert ist.