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08. Mai 2017

Sorbellu
Hier versuchten wir bereits am ersten Tag unser Glück, wurden dann aber von Blitz, Donner und Hagel vetrieben. Am zweiten Tag sah die Sache nun deutlich besser aus, obwohl die labile Schichtung der Luft nichts Gutes versprach.

Reichte es am ersten Tag bloss für zwei Routen im Sektor "Pyramide" hatten wir nun mehr Zeit zur Verfügung und konnten nach Lust und Laune den prachtvollen Fels geniessen. Als Start wählten wir diesmal aber den formschönen Turm "U Fiancu", der uns trotz Hagelschauern bei der Flucht ins Auge gestochen war. Zwei geniale Tafoni- und Sinter-Linien versprachen höchsten Klettergenuss.

Während zwei Kollegen noch ihre Express-Schlingen aus der gestrigen, fluchtartig verlassenen, Route räumen mussten, widmeten wir uns bereits den steilen, abartig strukturierten Linien und genossen erst noch den kühlen Schatten. "Tafoni express" machte den Auftakt und führte bereits zu heller Begeisterung. Noch besser gestaltete sich die benachbarte "Silence on tourne", die neben Tafonilöchern auch sinterartige Architektur zeigte. Was will man da mehr?

Nach erfolgreichem Durchstieg wechselten wir den Sektor und widmeten uns den langen, eher technischen Linien im Sektor Pyramide. Hier waren die Tafoni eher seltener, dafür dominierte Leisten und Kanten. Die aufkommende Wärme steigerte den Magnesiaverbrauch. Wegen der psychischen Beanspruchung konnte der zunehmende Griff in den Beutel jedenfalls nicht sein, sind doch alle Routen perfekt gesichert. Obwohl - der Einstiegsboulder von "Caroline" ist gar nicht so trivial und forderte ein beherztes Zugreifen.

Etwas oberhalb von "Pyramide" findet man den Sektor "Les toits", wo der Name Programm ist. Die weitausladenden Dächer sind gespickt mit Tafoni und bieten viele Linien im Bereich 6c bis 7c. Ein wahnsinniges Ambiente bietet sich hier. Der Blick ins Tal und die wilden Felsstrukturen lohnen allein schon den Besuch. Rechts davon hätte es noch zwei einfachere Plattenrouten im Bereich 5c, die wir angesichts des weit lohnenderen Angebots sprichwörtlich rechts liegen liessen.

Im Verlauf des Nachmittags hatten wir alle genug Fels genossen und traten den Rückzug an. Schliesslich wollten wir noch den Transfer zum Bavello-Pass unter die Räder nehmen. Gespannt, was uns wohl dort oben erwartet, machten wir uns auf die mehr als zweistündige Fahrt. Dabei kamen auch die Scheibenwischer in Aktion, entlud sich doch erneut wieder ein Platzregen. Diesmal sassen wir aber glücklicherweise im Trockenen!